Zaubermuseum: „Die Zauberwelt; Illustrirtes Journal für Salon Magie und Moderne Wunder; Zeitschrift für Künstler und Dilettanten“

Herausgeber: Carl Willmann

„ZW“  Jg.1902, S63

Houdini als Kläger

In zweitägiger Verhandlung wurde am königlichen Schöffengericht in Köln a. Rh. der Prozess zu Ende geführt, welchen der Fesselkünstler Houdini gegen den Schutzmann Graf und den Redakteur der in Köln erscheinenden Rheinischen Zeitung wegen Beleidigung angestrengt hatte.

   Graf hatte im Juli 1901 veranlasst, dass ein Artikel in der Rheinischen Zeitung erschien, worin Houdini beschuldigt wird, gelegentlich einer Vorstellung im Circus Corty- Althoff versucht zu haben, Graf und den Civiltransporteur Lott mit je 20 Mark zu bestechen, um ihn so zu fesseln, dass er leicht loskomme. Ferner wurde behauptet, Houdini solle die von Graf benutzte Kette zerschnitten und statt dieser später eine andere Kette vorgezeigt haben.

   Die Verhandlung brachte jedoch einen wesentlich anderen Thatbestand zu Tage. Während der Verhandlung wurde von Houdini die Unwahrheit völlig nachgewiesen. Bezüglich der Kette bewies Houdini durch Preisgabe seines Geheimnisses dem Gericht, dass er es nicht nötig habe, die Kette zu zerschneiden, indem er sich während der Verhandlung von einer ihm regelrecht angelegten Kette mit Vorhängeschloss, welche Eigentum der Kölner Polizei war, befreite.

    Das Urteil wurde am 26. Februar d.J. verkündet, und Graf wegen Beleidigung zu 200 Mark, der Redakteur der Rheinischen Zeitung zu 50 Mark Strafe verurteilt. Auch wurde die Publikation der Urteils in mehreren Zeitungen angeordnet.

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